HUNDEHEIMAT
- Aus Liebe zum Hund


Heimat gesucht





Bolle, 3 Jahre, kastriert



Ich sags, wie es ist; Bolle ist ein Angsthund, der große Schwierigkeiten hat, Nähe, Liebe und Geborgenheit zuzulassen. Ich weiß nichts über seine Vergangenheit und es ist auch nicht wichtig. Ich schaue für Bolle in die Zukunft und arbeite daran mit Ihm in der Gegenwart. Bolle ist ein sehr lieber Hund, kein Angstbeißer. Er ist neugierig und aufmerksam. Er beobachtet die Abläufe im Alltag sehr genau, merkt sich Uhrzeiten und Gewohnheiten. Er läuft nur hinter dem Menschen, an der Leine und im Haus. Ich lasse die Leine immer an seinem Halbsand dran, denn so ist es einfacher an Ihn heranzukommen. Er ist noch nicht lang bei mir, doch ich bemerke schon Fortschritte. Wichtig ist, dass er keine Möglichkeit bekommt sich zu verstecken. So habe ich die Hundeboxen, die meinem Rudel als Schlafhöhle dienen, umgedreht und Ihm somit verwehrt. Dadurch nimmt er am Ablauf teil, läuft im Haus herum und lernt, dass ein Mensch an Ihm vorbeigeht, ohne etwas von Ihm zu wollen oder zu erwarten. Das hat er auch schnell begriffen; anfangs ergriff er noch die Flucht, mittlerweile bleibt er stehen und schaut nur zu. Bolle ist kein Hund, den man sich auf den Schoß setzen kann oder von dem man ausgiebige Kuschelstunden verlangen kann. Vertrauen aufbauen ist das oberste Gebot bei Ihm, vor allem anderen. Wenn sich jemand für Ihn entscheidet, sollte Demjenigen bewusst sein, dass der Weg zu einem harmonischem Verhältnis mit Geduld, Verständnis, viel Liebe und Zuneigung gepflastert ist. Aus Erfahrung weiß ich aber,  dass es sich eben bei diesen Hunden sehr lohnt, Zeit für all dies zu investieren. Denn wenn Bolle erst einmal auftaut und es schafft, durch die Hilfe seines Menschen Liebe zulassen zu können, wird er alles zurückgeben und sehr dankbar sein.

Wenn in Bolles neuem Zuhause ein Garten vorhanden ist, muss der unbedingt ausbruchsicher sein. Bolle springt aus dem Stand 1,80 m hoch, das habe ich mit eigenen Augen gesehen. Er läuft dann weg, kommt aber immer wieder. Er kann dann aber nicht über seinen Schatten springen und ins Haus kommen. Noch viel weniger kann dann jemand auf Ihn zugehen, um Ihn anzuleinen. Ich habe jetzt schon diverse schlaflose Nächte hinter mir, weil Bolle hin und wieder in seiner Angst rückfällig wird und die Flucht wählt. Die Regel ist also: Entweder ist der Zaun mindestens 3 meter hoch, oder Bolle wird nie abgeleint. Bolle hat einen starken Folgedrang, mit dem man wunderbar arbeiten kann. Er läuft mir hinterher, ob mit oder ohne Hunde. So ist es mir des öfteren gelungen, Ihn wieder ins Haus zu bekommen, wenn er mal über den Zaun gesprungen war oder sich nicht von alleine wieder reingetraut hat. Ich habe festgestellt, dass Bolle angeleint, mehr Sicherheit verspürt, als wenn er sich frei bewegen kann.

Normalerweise beschreibt man in einer Vermittlungsanzeige stets die positiven Eigenschaften eines Hundes zuerst und die hat Bolle auch auf jeden Fall. Es bringt nur keinem was, die Schwierigkeiten dieses Hundes nur beiläufig zu erwähnen, denn diese machen Bolle vorerst am meisten aus. Sein neuer Mensch muss wissen worauf er sich bei Bolle einlassen würde. Im Alltag hat man mit Ihm keine Probleme, er liegt viel rum und schläft, holt sich gerne Käsestückchen oder andere Leckerein ab aus der Küche, steht parat wenn es zum Spazierengehen geht, freut sich sogar wenn ich nach Hause komme. Er lässt sich anleinen und überall hinführen. Ins Auto springt er freiwillig rein, nur muss man aufpassen, dass er nicht gleich wieder rausspringt.

Bolle liebt andere Hunde, orientiert sich stark an Ihnen. Ich denke, dass ein souveräner Zweithund gut für Ihn wäre um sich gewisse Dinge abzuschauen.  Mehr Hunde wären eher von Nachteil, da ich bemerke, dass er sich gerne hinter Ihnen versteckt. Es ist schwieriger an Ihn ranzukommen, wenn drei oder vier Hunde noch vor Ihm stehen.

Ich kann mich nur wiederholen, Bolle hat viel Potential, es muss nur herausgekitzelt werden. Ich hoffe ich finde für Ihn einen Menschen, der dazu bereit ist. Es ist eine Aufgabe, die mit dem Herzen erfüllt wird.

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Happy, ca. 2 Jahre, kastriert


Happy hat seinen Namen erhalten, weil ihm deutlich anzumerken ist, wie glücklich er über seine Rettung ist und darüber dass er sein Hundeleben nun in vollen Zügen genießen darf. Fast wäre es für Ihn ganz anders ausgegangen;

In Rumänien lebte er auf der Straße und kämpfte wie alle Hunde dort ums überleben. Nicht nur der Hunger war sein Feind, sondern auch der Mensch und der Straßenverkehr. Genau das wurde ihm zum Verhängnis. Happy wurde angefahren, quälte sich Monate lang mit einer offenen Fraktur und wurde natürlich extrem scheu. Als es Tierschützern endlich gelang, den kleinen einzufangen und zu behandeln, war es bereits zu spät. Der Bruch war einfach schlecht verheilt und ein Nerv wurde beschädigt. Nach einer Schmerztherapie und entsprechender Wundversorgung kam Happy dann zu mir. Er verstand einfach die Welt nicht mehr, Vor einigen Monaten noch war er ein freier Hund, dann wurde er in einen Zwinger gesperrt und nun sollte er in einem weichen Körbchen mit Decke schlafen. Nach Zwei Tagen begriff er, wie frei er in Wirklichkeit nun war, das er nicht mehr hungern musste, nie wieder frieren würde und dass er nun mich und das Rudel hat die ab sofort auf ihn aufpassen werden.

Happy ist mit großer Begeisterung überall dabei und ein wirklich unkompliziertes kleines Kerlchen. Mit klein meine ich gerade mal 45 cm Schulterhöhe und 12 kg Fliegengewicht. Er läuft super mit und ohne Leine, hört wenn er gerufen wird und möchte mir und anderen Menschen unbedingt gefallen. Sein Gehfehler stört ihn überhaupt nicht, er rennt und tobt wie alle anderen auch, springt in Pfützen und wälzt sich im Sand. Permanent wedelt er mit seinem Schwänzchen, schaut sich alles ganz genau und lernt gerne. Anfangs fand er Autofahren doof, mittlerweile springt er freiwillig rein und legt sich direkt in seine Box. Alleine bleiben kann er auch schon prima, (bissher nur mit anderen Hunden getestet), stubenreinheit war nie ein Thema. Sowieso hat Happy von Anfang an alles genau so gemacht wie meine Hunde. Beim Tierarzt fühlte er sich nicht wohl, hat aber brav still gehalten und Frau Doctor machen lassen. Happy wäre ideal als Zweithund geeignet, er liebt andere Hunde. Fremden Hunden gegenüber ist er von Anfang an freundlich, nur große, stürmische Hunde werden angeknurrt, was ich ihm nicht verübeln kann.

Kinder sollten etwas älter sein und verstehen wie man richtig mit einem Hund umgeht. Katzen fand er anfangs sehr ungewöhnlich, gewöhnte sich aber schnell an sie. Pferde hat er kennengelernt, war aber verhalten und ist Ihnen nicht zu nahe gegangen. Happy ist kein Wohnungshund, und kann nicht täglich ein Treppenhaus hinauf und runter gehen. Er liebt meinen Garten, spielt den ganzen Tag mit den anderen Junghunden draußen, egal ob Regen Schnee oder Sonnenschein.

Happy hat immer gute Laune, freut sich stets über Aufmerksamkeit und Zuspruch, vor allem wenn man mit etwas höherer Stimme zu ihm spricht. Happy versprüht eine ganz friedliche Harmonie und hat eine sehr charmante Ausstrahlung. Wenn ich ihm ein Leckerlie gebe, nimmt er es vorsichtig mit wedelndem Schwanz aus meiner Hand und kaut ganz genüsslich und langsam, immer noch schwanzwedelnd, vor sich hin. Wegnehmen lässt er sich von anderen Hunden allerdings nichts, vom Menschen schon. Er hat seine eigene Meinung, und bei der bleibt er auch, selbst wenn sein Gegenüber ein Ridge back von 40 kg ist.

Für Happy wäre es wundervoll, in eine Familie zu kommen, die ein Herz für einen kleinen Streuner mit Gehfehler haben, ihn aber so unglaublich lieben, wie er es verdient hat. Ich wünsche mir nichts mehr, als ein Happy End für unseren Happy, er hat genug durchgemacht und genug gelitten, nun ist er dran, etwas zurückzubekommen vom Leben.

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